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Melancholische Lieder mit Elektronik
"Oblaki so rdeči" (Die Wolken sind rot) heißt eine Sammlung alter slowenischer Volkslieder, die heute in und morgen in Wien präsentiert wird. Ungewöhnlich an dieser ersten CD des Maja Osojnik Quartetts ist die Art der Annäherung an das traditionelle Liedgut.
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Seit zwölf Jahren in Wien
Die in Wien lebende Slowenin Maja Osojnik hat die Lieder durch Elektronik und Jazz, ein bisschen Ethno und freie Improvisation neu arrangiert. "Ich bin ein visueller Typ. Für mich ist Musizieren das Schaffen einer Collage", erzählt die junge Künstlerin, die es vor zwölf Jahren nach Wien verschlagen hat. "Wenn ich arrangiere, habe ich immer ein sehr starkes Bild der Musik vor Augen und dieses Bild versuche ich so gut wie möglich zu vermitteln." 1976 in Kranj in Slowenien geboren, kam sie 1995 nach Wien.
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Studium der Blöckflöte
Eigentlich wollte sie Schauspielerin werden, doch nach bestandener Aufnahmsprüfung an der Wiener Universität für Musik und darstellende Kunst im Fach Blockflöte, entschied sie sich fürs Musikstudium. Seitdem lebt und arbeitet sie in Wien. "Wien ist jetzt meine Heimat", schwärmt Osojnik, deren Zwillingsschwester Tänzerin ist, die älteste der drei Schwestern ist Malerin. 2003 schloss sie ihr Studium im Konzertfach Blockflöte ab.
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Von Renaissance zu Jazz-Standards
Bis zur Produktion von "Die Wolken sind rot" (Jazzwerkstatt Records) hat sich Osojnik mit ihrem Ensemble Mikado fast ausschließlich alter Musik gewidmet. Das Ensemble spielte Renaissance-Musik in den USA und Europa und gewann 2004 den 1. Preis beim internationalen Musikfestival in Antwerpen. Das heutige Quartett formierte sich aus einem Trio, das klassische Jazz-Standards spielte.
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Tod, Liebe, Abschied auf der CD
Der Titel der CD, "Oblaki so rdeči" - eigentlich "rudeči", ist gleichzeitig der Titel eines slowenischen Volksliedes. Die zehn Lieder entstanden zu Kriegszeiten, die meisten im 19. Jahrhundert, manche auch davor. Sie behandeln die Themen Tod, Liebe, Abschied und die Traurigkeit der Zurückgelassenen. "So lange sind die Monate und nicht zu zählen, zu Hause weint meine Liebste, weil sie alleine schlafen muss", heißt es in einer Strophe des Titelsongs.
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Schlechtes Omen rote Wolken
"Rote Wolken bedeuten oft keine schöne Zukunft", sagt Osojnik, die sich als melancholischer Mensch beschreibt. "Ich mag traurige Lieder sehr gerne, obwohl ich ein sehr lebendiger Mensch bin und gerne lache." Die junge Slowenin, die sich jetzt auch zur Jazzsängerin an einer privaten Universität in Wien ausbilden lässt, hat die traurigsten Lieder auf ihrem Album zusammengetragen. "Mit der CD möchte ich über die Sprache hinaus Geschichten erzählen. Egal, aus welchem Land man kommt, die Erlebnisse der Menschen sind immer die gleichen", sagt Osojnik.
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Ortstafelstreit "katastrophal"
Den Ortstafelstreit in Kärnten beurteilt Osojnik, die selbst mit einem Kärntner Slowenen verheiratet ist und die Probleme der slowenischen Volksgruppe kennt, als "katastrophal". Das Land gehöre auch den Slowenen, sie seien seit Hunderten von Jahren da. "Ich hoffe, dass ich durch meine slowenische Musik etwas bewirken kann. Das ist mir sehr wichtig. Man kann vieles durch Kunst und Kultur bewegen", meint Osojnik, von der im Frühjahr eine weitere CD, diesmal mit dem Low Frequency Orchestra, erscheinen wird.
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"Ein bisschen Identitätsprobleme..."
Dass man in Österreich manchmal nicht weiß, wo Slowenien ist, hat die Musikerin schon öfter bemerkt. "Slowenien hat immer ein bisschen Identitätsprobleme. Es ist für die Österreicher zu nah, um exotisch zu sein, aber auch zu weit weg, um es wirklich kennen zu lernen. Meistens passiert man Slowenien nur auf dem Weg nach Kroatien. Es ist ein Land, das nicht wirklich in Erscheinung tritt", erklärt sie. Dass sie sich in Slowenien in den vergangenen Jahren selbst eher als Touristin fühlte, soll sich bald ändern: Für Ende Juni ist eine Slowenien-Tournee geplant.
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CD-Präsentationen in Wien
Dienstag, 23.1., 19:00 Uhr, Alte Schmiede, Wien 1, Schönlaterng. 9; Mittwoch, 24.1., 20:00 Uhr, Birdland, Wien 1, Landstraßer Hauptstraße 2. |
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