|
|
subshrubs
free,
compositions, concepts
angélica
castelló - recorders & electronic devices
maja
osojnik - recorders & voice & electronics
katharina
klement - prepared piano & electronics
billy
roisz - electronics & video

graphic:billy
roisz
“Wenn
ein unordentlicher Schreibtisch auf einen unordentlichen Geist hinweist,
worauf deutet dann ein leerer Schreibtisch hin?” Einstein hätte
seine Freude gehabt: Das
Instrumentarium von subshrubs
als scheinbar ungeordnete Ansammlung von Cheap- und High Electronics,
Klavier, große und kleine Blockflöten, Präparationen, Devices, ur-
bis mittelalterliche Turntables, ein Fernseher als Soundquelle,
Computer, Kabeln, Micros, Mixer - ein Low/Hightech-supraorganisatorisches,
elektroakustisches Gefüge, dessen vermeintliches Chaos nur zu neuen
musikalischen Konnotationen führen kann - denn wenn der Schreibtisch
nicht leer und die Dinge nicht verstaut sind, kann sich alles verbinden,
oder moderner gesagt, neu kontextualisieren; subshrubs
– auf deutsch in der Einzahl soviel wie “Busch”, “Gesträuch”
- kümmert sich dabei gar nicht um die Frage, wie? Das musikalische
Handeln, Forschen, Experimentieren, Proben, Arbeiten am Material stehen
für selbstbestimmtes Ver-Ordnen, Ent-Ordnen, Neu-Ordnen und Verorten.
Das Quartett spielte das erste Mal öffentlich September 2006 im Rahmen
der Amannstudios-Konzertserie. Was hier zu hören war, frappant: Die von
zart bis energisch ver-rückte, diffenzierte Amalgamierung der
unterschiedlichsten Backgrounds der Musikerinnen zu einem einheitlichen
elektro-akustischen Aggregat, zu einer
Stimme mit – wie in manchen Sprachen - vier unterschiedlichen “Tonhöhen”,
Ausformungen und Charakteristika. Trotz aller Nähe eine elegante
Distanz zum Sujet spürbar, eine Aura der Ferne; subshrubs,
eine Viererbande ohne Mission, deren Stücke komponiert sind, deren
Musik nur geplant dem Zufall überlassen wird. Dabei werden Sound und
Spezifika der einzelnen Klangautorinnen ebenso bedacht wie der subshrubs-Ensembleklang insgesamt. (Burkhard Stangl)
photo:dieb13
|